die drei wünsche

filmoper in drei akten von bohuslav martinů und einem libretto von georges ribemont-dessaignes

Hektischer Betrieb am Rande einer Theaterprobe. Die Inszenierung zeigt, wie ein gewisser Monsieur Juste auf eine Fee namens „Null“ trifft. Der passionierte Jäger fängt das seltene Geschöpf ein und nimmt es mit nach Hause. Um ihre Freiheit zurückzuerlangen, gewährt ihm die Fee drei Wünsche. Juste und seine Frau verlangen, was vermutlich alle Menschen begehren: Reichtum, Jugend, Liebe. Ob sie damit gut fahren, steht auf einem anderen Blatt, denn die Fee erweist sich als genauso unzuverlässig, wie es ihr Name vermuten lässt. So rächt sich ein geheimnisvolles Wesen an denen, die es beherrschen wollen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen der Theaterleute spiegeln das fiktive Geschehen, in dem sie ihre Rollen spielen. Auch sie sehnen sich nach Glück. Für die einen beginnt das Abenteuer der Liebe, den anderen bleibt das Warten auf Erfüllung in einer unbestimmten Zukunft.



premiere am 18. november 2023 theater chemnitz

musikalische leitung: jakob brenner regie: rahel thiel bühne: fabian wendling kostüme: rebekka dornhege reyes video: stefan bischoff  chor: stefan bilz dramaturgie: johannes frohnsdorf

arthur de st.barbe / monsieur juste: thomas essl nina valencia / indolenda: maraike schröter / elisabeth dopheide serge eliacin / adolphe: daniel pataky eblouie barbichette: marlen bieber die fee null: etienne walch adelaide: paula meisinger dinah: sofia pavone tangosänger: david sitka general: gyung ha choi / mu gon kim finanzminister: jörg kersten / matthias repovos quartett tenor 1: david sitka quartett tenor 2: thomas kiechle quartett bass 1: jakob ewert quartett bass 2: felix rohleder telefonistin: kurumi sueyoshi regiesseur: daniel pastewski klavier auf der szene: dan raţiu / maximilian otto

opernchor und robert-schumann-philharmonie chemnitz


fotos (c) fabian wendling und stefan bischoff


das abenteuer oper wallt, wo menschen es wollen, diesmal in chemnitz (…) es ist verblüffend, es ist großartig. (…) rahel thiel führt hier zuneigungsvoll regie und folgt zwar nicht dem plan, dass der film dem vorher „gedrehten“ entspricht, also im schnelldurchgang die handlung wiederholt. aber sie hat mit stefan bischoff (video) einen veritablen absurden alptraum gedreht, in dem monsieur juste, der stimmlich und spielend ausdrucksstarke bariton thomas essl als eine art hellwacher dödel, in wilder jagd durch die katakomben des theaters rast. (…) auch steht bei thiel, schön und naheliegend, kein drehtag, sondern eine theaterprobe an. die lässigen absurditäten von georges ribemont-dessaignes’ libretto nimmt die regie vergnügt auf, hier wird keineswegs geradeaus, vereinfachend und glättend erzählt, alles entwickelt sich eher wie spontan und eben dadamäßig. (…) dem frustrierten ehemann juste (eine beiläufige misogynie liegt über der handlung, thiel gleitet darüber hinweg) geht eine fee in die falle – der counter etienne walch als hinreißend lasche diva.

frankfurter rundschau

mit viel liebe zum detail und jeder menge komik inszeniert rahel thiel das abstruse werk als theaterprobe – während uns jakob brenner am pult musikalisch ins paris der 20er jahre entführt. (…)

während bei martinů ort des geschehens ein filmset ist, wo das märchen „die drei wünsche“ gedreht werden soll, verlegt es regisseurin rahel thiel in eine theaterprobe. (…) noch während sich die darsteller zwischen privaten verwerfungen in ihre rollen finden, beginnt die probe zum märchen auf offener bühne. uns zuschauern vis-á-vis postiert sich der chor, um alles gestisch zu kommentieren – köstliche szenen.

die deutsche bühne

inszeniert von rahel thiel, mit kapellmeister jakob brenner am pult, besetzt unter anderen mit zahlreichen neu engagierten ensemblemitgliedern und inszeniert in dezidiertem werkstattcharakter. der wird etwa dadurch deutlich, dass bereits bei einlass des publikums in den saal auf der undekorierten, mit arbeitslicht illuminierten bühne reges, wenngleich lautloses treiben herrscht wie auf einer theaterbühne vor den proben. jeder ist irgendwie beschäftigt, es geht zu wie auf einem kleinen ameisenhaufen, es wird diskutiert, hantiert, scheinwerfer werden begutachtet und positioniert, dinge von a nach b gebracht. nach einer kurzen pause geht es dann richtig los. das sujet des films im film, wie im original, wandelt sich auf den chemnitzer brettern zum so bekannten setting theater im theater. es geht um die surrealen träume. (…) mut, spielfreude und die überbordende musikalität des gesamten teams wurden vom premierenpublikum (…) mit minutenlangem, freundlichem beifall quittiert.

freie presse

zur premiere am sonnabend gab es langen applaus. (…) chemnitz löst mit einer musikalisch spannenden, in vielen bildern eindrücklichen und gedanklich anregenden inszenierung manche wünsche ein.

sächsische zeitung dresden

bedeutende ausgrabung: die chemnitzer oper wagt sich an bohuslav martinůs filmoper, für die regisseurin rahel thiel eindrückliche bilder findet, die in einer halbwelt zwischen fiktion und realität das traumwandlerische ihrer protagonisten zeigen.

concerti.de