
roman musical in vier akten und fünf bildern von gustave charpentier
Paris, das ist mehr als eine Stadt. Für die Titelheldin von Charpentiers Großstadtmärchen Louise ist die Seine-Metropole ein großer Traum von Freiheit und Glück. Dieser Traum, befeuert durch ihre Liebe für den charismatischen Bohème-Künstler Julien, bringt die junge Frau jedoch in Konflikt mit ihren Eltern. Als Tochter hart arbeitender, „kleiner“ Leute erlebt sie die Verhältnisse zu Hause zunehmend als bedrückend und eng, ist darin aber gleichzeitig zutiefst verwurzelt. Der wagemutige Julien und der inspirierende Ruf von Paris verlangen nach einer Entscheidung. Wird Louise den Schritt in ein neues Leben wagen?
Gustave Charpentier gelang mit seiner Oper aus dem Jahr 1900 ein eindringliches Seelendrama und zugleich ein liebevolles Porträt des Montmartre, wo die Armen, die Kleinbürger und die Bohème-Künstler aufeinandertreffen. Dank der hochemotionalen Musik wurde das Werk zum Sensationserfolg.
premiere am 8. februar 2025 theater chemnitz
musikalische leitung: maximilian otto regie: rahel thiel bühne: volker thiele kostüme: rebekka dornhege reyes chor: konrad schöbel dramaturgie: johannes frohnsdorf licht: holger reinke
louise: elisabeth dopheide julian: daniel pataky louises vater: thomas essl louises mutter: paula meisinger nachtschwärmer / narrenkönig: thomas kiechle lumpensammler: felix rohleder straßenkehrerin / getrude: marlen bieber kleine lumpensammlerin / camille: akiho tsujii / anna magdalena rauer irma: domenica radlmaier milchfrau / elise: etienne walch zeitungsfrau / blanche:
kurumi sueyoshi kohlensammlerin / aufseherin: xinmeng liu lehrmädchen: judith wurm marguerite: kathrin herrmann vogelfutterverkäufer: katharina kunze / paula kühnrich bohèmians ervin ahmeti, tommaso randazzo, andrás adamik, jonathan koch, jean-baptiste mouret, daniel pastewski ein nachbarsjunge: malte weihrauch
opernchor sowie kinder- und jugendchor der theater chemnitz
musiktheaterstatisterie
robert-schumann-philharmonie






























fotos (c) volker thiele
das regiekonzept verfängt…,weil es die unmöglichkeit einer liebe zwischen den spähren eindrücklich beschreibt und die sehnsüchte der frauen in poetischen bildern zu fassen vermag. rahel thiel erzählt „louise“ als phantasmagorie einer jungen frau, deren einzige chance, dem elterlichen gehege zu entkommen, darin besteht, in jenes „wunderland der hoffnung“ zu entfliehen, von dem das libretto spricht…
das fenster zu ihrer phantasiewelt öffnet sich und zurück bleiben zwei menschen, die nicht begriffen haben, dass ein vogel, der in einem käfig sitzt, das fliegen niemals lernen wird. nicht einmal im traum. rahel thiel findet dafür kein spektakuläres, aber ein bezwingendes Bild.
jürgen otten,opernwelt
grandiose aufführung.
louise in chemnitz in der inszenierung von rahel thiel ist weniger ein spiegelbild von paris als ein generationendrama von ungebrochener aktualität.
michael oehme, pizzicato
regisseurin rahel thiel hat aus diesem bei charpentier vor allem auf soziale konflikte zielenden roman musical ein szenisches psychogramm komponiert. … ein rundum begeistertes premierenpublikum in der kulturhauptstadt.
michael ernst, nmz
(dass eine realhandlung zur vision umgedeutet wird, gehört als) kunstmittel…zum standard moderner stoffaneignung, vorwiegend für weibliche figuren… nun lässt es rahel thiel in chemnitz, der europäischen kulturhauptstadt 2025, der titelheldin von gustave charpentiers louise angedeihen…
gerald felber, faz
…es scheint unfassbar, dass rahel thiel vor einem jahr an der musikalischen komödie leipzig lortzings „hans sachs“ als heiter bis lockeres glücksspiel inszenierte…
louise wird am theater chemnitz von regisseurin rahel thiel beklemmend inszeniert.
von fataler logik… glasklare diagnostik der figuren.
roland h. dippel, die deutsche bühne
technisch kann rahel thiel ungeheuer viel, das ist toll gearbeitet…das finale (aber) hat mich fast überrascht.
uwe friedrich, DLF kultur
eine überaus gelungene inszenierung.
sarah hofmann, freie presse
rahel thiel und ihr team gehen mit dieser interpretation offensichtlich weit über die intentionen des komponisten hinaus. die schlüssige interpretation gibt dem werk damit eine dimension, die es zu spannendem musiktheater werden lässt. „louise“ ist mehr als die wiederentdeckung einer mitreißenden musik. bewegendes musiktheater.
jens daniel schubert, sächsische zeitung