
melodramma in einem prolog und zwei akten von gaetano donizetti | nach dem gleichnamigen drama von victor hugo
Mythos oder Menschlichkeit: Lucrezia Borgia gilt bis heute als Inbegriff einer femme fatale. Doch war sie tatsächlich eine skrupellose Mörderin – oder eine Frau, gefangen in Schuld, Machtstrukturen und dem Wunsch nach Mutterliebe? Gaetano Donizetti bricht mit den Konventionen der Opera seria und zeichnet das psychologisch dichte Porträt einer Figur, die an ihrem Ruf zerbricht.
Als Angehörige der berüchtigten Borgia-Dynastie wurde Lucrezia mit Legenden von Gift, Intrige und Verführung überzogen. Ob Wahrheit oder Projektion: Dieses Image lässt ihr keinen Raum, einfach Mensch zu sein. Donizettis Oper – nach Victor Hugos Drama, in dem sie unwissentlich den Tod ihres Sohnes verursacht – macht diese innere Gefangenschaft spürbar. Gerade in ihrer Rolle als verzweifelte Mutter entsteht großes Mitgefühl, obwohl Schuld unausweichlich bleibt.
In der Mannheimer Inszenierung erscheint Lucrezia als isolierte Frau in einer Männerwelt, die verzweifelt versucht, sich dem Verhängnis ihres Namens zu widersetzen.
premiere am 7. Dezember 2025 | nationaltheater mannheim, oper am luisenpark
musikalische leitung: roberto rizzi brignoli inszenierung: rahel thiel bühne: fabian wendling kostüm: rebekka dornhege reyes / isabel garcia espino licht: florian arnoldt dramaturgie: ezster orbán chor: alistair lilley
lucrezia: estelle kruger alfonso: bartosz urbanowicz gennaro: sung min song maffio orsini: shachar lavi gubetta: sung ha liverotto: raphael wittmer vitellozzo: dominic lee petrucci: ilya lapich gazella: zacharías galaviz-guerra rustighello: christopher diffey astolfo: thomas berau / joachim goltz
orchesternationaltheater-orchester | herrenchor des nationaltheaters
























fotos (c) christian kleiner